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Der 1. Mai...
Ein besonderer Tag der Arbeiterbewegung

Mitte der achtziger Jahre des 19. Jh. beschlossen amerikanische Gewerkschaften erstmals für die Durchsetzung eines Acht-Stunden-Tages am 1. Mai 1886 einen mehrtägigen Generalstreik zu führen. Der 1. Mai galt in den USA traditionell als "Moving day", als Stichtag für den Abschluss oder die Aufhebung von Verträgen, häufig verbunden mit Arbeitsplatz- und Wohnungswechsel.

In Anlehnung an den großen amerikanischen Generalstreik, an dem sich 400.000 Arbeiter beteiligten, beschlossen auch im Deutschen Reich verschiedene Gewerkschaften erstmals zum 1. Mai 1890 zu streiken.
Verschiedene Firmen drohten mit Aussperrung, Kündigung und der Führung von schwarzen Listen im Falle der Arbeitsniederlegung. Es nahmen trotz aller Drohungen ca. 100.000 Arbeiter an den Streiks und den "Maispaziergängen" teil.

Die Sozialdemokratische Partei (SPD) beschloss auf ihrem Hallenser Parteitag im Oktober 1890, den 1. Mai als dauerhaften "Feiertag der Arbeiter" einzuführen. Um der Provokation die Spitze zu nehmen, wollte sie von Arbeitsruhe dort absehen, wo sich ihr Hindernisse in den Weg stellten. Partei und Gewerkschaften machten den Aufruf zum Streik von der wirtschaftlichen Lage des jeweiligen Betriebs abhängig. Wo er nicht möglich war, sollten am ersten Maisonntag Umzüge und Feste im Freien stattfinden.

Im April 1919 erklärte die Nationalversammlung den 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag. Das Gesetz war aber auf den 1. Mai 1919 begrenzt, die spätere Regelung sollte in eine internationale Lösung eingebunden werden und nach Friedensschluss und Verabschiedung der Verfassung erfolgen. Versuche des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) und der SPD, den Tag der Arbeit über 1919 hinaus als gesetzlichen Feiertag dauerhaft zu sichern, blieben vergeblich. Lediglich in den Ländern Braunschweig, Lübeck, Sachsen und Schaumburg-Lippe hatte er nach 1922 Bestand.

Um die Arbeiter der "Volksgemeinschaft" deutlich einzugliedern und nicht zuletzt, um die Gewerkschaften auszuhöhlen und mit der Partei gleichzuschalten erklärte 1933 Hitler den 1. Mai zum "Feiertag der Nationalen Arbeit", welcher fortan dem Regime als hervorragende Kulisse für Paraden, Aufmärsche und Leistungsschauen der deutschen Industrie diente. Auch wenn der 1. Mai als Feiertag der Arbeiterbewegung durch die Nationalsozialisten fast vollständig missbraucht wurde, so wurde er in seiner Grundidee dennoch nicht ganz vernichtet. Bis 1945 war der 1. Mai immer wieder Anlass für Aktionen von Oppositionellen, die mit symbolträchtigen, oft waghalsigen Aktionen an die Öffentlichkeit traten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der 1. Mai 1946 durch den alliierten Kontrollrat bestätigt. Maikundgebungen durften jedoch nur in beschränkter Form durchgeführt werden. Mit der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) 1949 zeichnete der geschäftsführende Bundesvorstand für die Maifeiern verantwortlich und beschloss die Maiaufrufe und die zentralen Maiparolen. 1951 begründete er die Tradition, die politischen Kundgebungen mit kulturellen Veranstaltungen zu umrahmen.



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